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Erste Schritte

Content-Marketing planen: Themen, Formate und Distribution für österreichische KMU

Content-Marketing bedeutet, Interessierten frei zugängliche, relevante Inhalte zu bieten – statt ihnen in erster Linie Werbung entgegenzustellen.

Content-Marketing für österreichische KMU: nachhaltig statt kampagnenabhängig

Content-Marketing bedeutet, Interessierten frei zugängliche, relevante Inhalte zu bieten – statt ihnen in erster Linie Werbung entgegenzustellen. Das Unternehmensserviceportal (usp.gv.at) beschreibt den Ausgangspunkt so: Bevor sie sich für eine größere Anschaffung entscheiden, recherchieren viele Käuferinnen und Käufer im Internet, suchen in Suchmaschinen, auf Videoplattformen und in Social-Media-Netzwerken nach Empfehlungen, vergleichen Produkte und lassen sich inspirieren. Genau in dieser Phase soll Content-Marketing präsent sein.

Die Wirkung ist zweistufig: Guter Content schafft Vertrauen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass beim eigenen Unternehmen gekauft wird. Und die Inhalte gehen nicht verloren: Auch wenn Kampagnen längst vorüber sind, finden potenzielle Kundinnen und Kunden weiterhin zum Unternehmen und erhalten einen Mehrwert. Das Unternehmensserviceportal nennt Content-Marketing deshalb eine nachhaltige Marketingform.

Für kleine und mittlere Betriebe ist das der eigentliche Argumentationspunkt. Eine Anzeige endet mit dem Budget; ein gut gemachter Ratgebertext, ein Erklärvideo oder eine beantwortete häufige Frage bleiben auffindbar – über Suchmaschinen, Videoplattformen und Social Media. Der Aufwand fällt einmal an, der Nutzen wirkt länger.

Das gelingt nicht automatisch. Voraussetzung ist laut Unternehmensserviceportal, dass das Unternehmen seine Kundinnen und Kunden kennt und herausfindet, was sie interessiert und welche Bedürfnisse sie haben. Gelingt das, zählt Content-Marketing auf lange Sicht zu den effektivsten Online-Marketing-Maßnahmen.

Realistische Erwartungshaltung: Wirkung entsteht aus der Summe der Inhalte über die Zeit, nicht aus dem einzelnen Beitrag. Wer Content-Marketing wie eine Kampagne mit Start- und Enddatum plant, verschenkt den zentralen Vorteil.

Content-Marketing im Vergleich zu klassischer Werbung

Dauerhaftigkeit
Inhalte bleiben auffindbar – auch nach Kampagnenende
Kostenstruktur
Einmaliger Aufwand, langfristiger Nutzen
Reichweite
Über Suchmaschinen, Social Media und Videoplattformen dauerhaft erreichbar
Wirkungszeitraum
Langfristig wirksam – nicht zeitlich begrenzt wie eine Anzeige

Wer sucht, vergleicht, fragt: die Zielgruppe vor dem ersten Text klären

Bevor Content entsteht, sollte das Unternehmen seine Kundinnen und Kunden kennen. Das Unternehmensserviceportal formuliert diesen Schritt ausdrücklich als Vorarbeit: Man muss herausfinden, was Kundinnen und Kunden interessiert und welche Bedürfnisse sie haben. Erst danach lässt sich sinnvoll beantworten, welche Themen, Formate und Kanäle passen.

Die praktische Vorarbeit liegt im Betrieb oft schon vor. Verkaufs- und Beratungsgespräche, telefonische und schriftliche Anfragen, Rückfragen vor einer größeren Anschaffung, wiederkehrende Missverständnisse und Beschwerden zeigen, welche Fragen Kundinnen und Kunden tatsächlich beschäftigen. Wer diese Fragen sammelt, erhält eine Themenliste, die nicht aus dem Bauchgefühl stammt.

Sinnvoll ist, die Sammlung zu ordnen: Welche Fragen kommen vor der Entscheidung, welche danach? Wer fragt – bestehende Kundschaft, Neukundschaft, Fachpublikum, Privatpersonen? Und welche Inhalte fehlen bisher, um diese Fragen zu beantworten?

Wichtig ist die Trennung verschiedener Zielgruppen. Nach den zehn Tipps des Unternehmensserviceportals sollte das Unternehmen Inhalte erstellen, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen abgestimmt sind, und die gesamte Content-Marketing-Strategie danach ausrichten. Zielgruppen also nicht in einen gemeinsamen Text packen, sondern je Zielgruppe eine eigene Ansprache wählen.

Die Sprache der Zielgruppe gehört zu dieser Klärung. Begriffe, mit denen Kundinnen und Kunden ihr Problem beschreiben, sind später auch die Begriffe, mit denen sie suchen. Betriebliche Fachsprache hilft dagegen meist nur intern.

Themen finden: Branche studieren, Lücken besetzen, Relevanz vor Hochglanz

Ein Tipp des Unternehmensserviceportals lautet, die Branche genau zu studieren: Analysiert werden soll, welche Inhalte es in der eigenen Branche schon gibt. Daraus entstehen Themen, die andere noch gar nicht behandelt haben – oder solche, die neu beleuchtet oder einfach besser gemacht werden können.

Drei Wege ergeben sich daraus für KMU. Erstens die Lücke: eine häufige Kundenfrage, die im eigenen Umfeld noch niemand öffentlich beantwortet hat. Zweitens die neue Perspektive: ein bekanntes Thema aus dem eigenen Erfahrungshorizont betrachtet, etwa aus der Praxis eines Handwerksbetriebs. Drittens die Verbesserung: ein bestehendes, aber veraltetes oder unklares Angebot wird präziser, verständlicher und aktueller aufbereitet.

Der Qualitätsbegriff des Content-Marketings ist ein anderer als in der Werbung. Nach den Tipps des Unternehmensserviceportals heißt Qualität hier nicht hochwertig, sondern relevant, und die Qualität der Inhalte muss zur jeweiligen Marke passen. Qualität meint also Passung und Nutzen, nicht Produktionsaufwand.

Für kleine Betriebe ist das eine Entlastung: Ein klarer, sauber gegliederter Text in der eigenen Tonalität kann passender sein als eine aufwendig produzierte, aber austauschbare Broschüre. Entscheidend ist, dass der Inhalt die Frage der Zielgruppe wirklich beantwortet und zum Betrieb passt.

Ein weiterer Grundsatz aus derselben Tippsammlung lautet: Informieren fördert das Verkaufen. Wer sein Wissen teilt, wird als Ansprechpartner wahrgenommen – auch von jenen, die noch nicht kaufbereit sind, aber später auf diesen Inhalt zurückgreifen.

Formatwahl: Website als Zentrum, Videoplattformen und Social Media als Verstärker

Vor der Produktion steht laut Unternehmensserviceportal die Frage, wo die Inhalte publiziert werden. Zugleich stellt es die Frage, ob die Website der zentrale Ort für Content ist – eine Klärung, die für KMU früh erfolgen sollte, weil sie bestimmt, wie Formate aufgebaut werden.

Für bestimmte Formate gibt das Unternehmensserviceportal eine konkrete Empfehlung: Bei einigen Content-Formaten wie Video ist es sinnvoll, entsprechende Plattformen direkt zu nutzen und die Videos auf der unternehmenseigenen Website und in dazugehörigen Social-Media-Kanälen einzubinden. Das Format wird also dort veröffentlicht, wo das Publikum es sucht, und zusätzlich am eigenen Ort verankert.

Daraus ergibt sich eine Arbeitsteilung: Die eigene Website bleibt der Ort, an dem Inhalte dauerhaft auffindbar, verlinkbar und mit dem Unternehmen verbunden sind. Videoplattformen und Social-Media-Kanäle liefern Reichweite, werden von Suchenden genutzt und machen auf die Inhalte aufmerksam.

Die Formatwahl folgt dem Thema und der Zielgruppe. Wo Verständnis und Vergleichbarkeit gefragt sind, passen erklärende Texte, Checklisten oder Vergleiche. Wo etwas gezeigt werden muss, wirkt ein kurzes Video. Wo Aktualität und Dialog im Vordergrund stehen, sind Social-Media-Beiträge zweckmäßig.

Wichtig für knappe Ressourcen: wenige Formate, die regelmäßig bedient werden können, sind wirksamer als ein breiter Mix, der nach wenigen Wochen versandet. Einmal erstellte Inhalte lassen sich in mehrere Kanäle übersetzen, statt für jeden Kanal neu zu produzieren.

Vorteile und Herausforderungen bei der Formatwahl für KMU

  • VorteileWebsite als zentraler Ort für dauerhafte Auffindbarkeit; Videoplattformen und Social Media liefern Reichweite; Inhalte lassen sich in mehrere Kanäle übersetzen
  • HerausforderungenKnapper Ressourcenbedarf; Risiko des Versandens bei zu breitem Mix; hoher Aufwand bei unregelmäßiger Produktion

Vom Vorsatz zur Routine: Redaktionsplan und Kontinuität im Alltag

Das Unternehmensserviceportal beschreibt die Umsetzung als feste Reihenfolge: Strategie und Recherche, Planung und Organisation, Erstellung und Produktion, Distribution und Dialog sowie Analyse und Reporting. In der Praxis ist das kein einmaliges Projekt, sondern ein wiederkehrender Kreislauf – die Analyseergebnisse fließen in die nächste Strategie- und Recherchephase zurück.

Das Unternehmensserviceportal empfiehlt, auf Kontinuität in Recherche, Planung, Erstellung, Distribution und Analyse der Content-Marketing-Inhalte zu achten. Nicht der einzelne starke Beitrag trägt, sondern die Verlässlichkeit, mit der Inhalte erscheinen.

Ein Redaktionsplan übersetzt das in den Alltag: Er hält fest, welche Themen in welcher Reihenfolge erscheinen, welches Format vorgesehen ist, wer bis wann liefert, wer freigibt und über welche Kanäle ausgespielt wird. Ebenso wichtig ist ein Rhythmus, der dauerhaft durchgehalten werden kann – lieber seltener und verlässlich als ambitioniert und bald eingestellt.

Bei knappen personellen Kapazitäten helfen einige einfache Organisationsmittel: ein Vorrat an vorbereiteten Themen, wiederkehrende Rubriken statt immer neuer Formate, das Bündeln von Erstellungsterminen sowie kurze Freigabewege mit einer klar benannten verantwortlichen Person.

Auch der Dialog gehört in den Plan. Distribution bedeutet nach der Systematik des Unternehmensserviceportals ausdrücklich Distribution und Dialog: Inhalte werden nicht nur veröffentlicht, sondern auch kommentiert, beantwortet und weiterverwendet – Rückmeldungen sind zugleich Material für die nächste Themenrunde.

Schritte zur Umsetzung von Content-Marketing für KMU

  1. Strategie und Recherche
  2. Planung und Organisation
  3. Erstellung und Produktion
  4. Distribution und Dialog
  5. Analyse und Reporting

SEO mit Maß: für Kundinnen und Kunden schreiben, für Suchmaschinen optimieren

Auffindbarkeit und Lesbarkeit stehen nicht im Widerspruch, wenn die Reihenfolge stimmt. Nach den Tipps des Unternehmensserviceportals sind für Top-Platzierungen auf Suchmaschinen optimierte Texte, die vom Unternehmen definierte Keywords enthalten, sehr wichtig. Ebenso klar ist der Vorbehalt: Das Unternehmen sollte es nicht übertreiben und in erster Linie für seine Kundinnen und Kunden schreiben.

Die Begründung des Unternehmensserviceportals ist einfach: Ist der Inhalt für die Kundinnen und Kunden relevant, ist er es auch für Suchmaschinen. Relevanz für die Zielgruppe ist damit die tragfähigere Optimierungsgrundlage als das Aneinanderreihen von Schlagwörtern.

In der Praxis heißt das: ein Thema pro Seite oder Beitrag, ein klar erkennbares Hauptkeyword, das aus der Sprache der Zielgruppe stammt. Die Suchbegriffe lassen sich direkt aus den gesammelten Kundenfragen ableiten – wer die Frage kennt, kennt meist auch deren Formulierung.

Lesbarkeit zahlt auf dieselbe Rechnung ein: Zwischenüberschriften, kurze Absätze und Aufzählungen, ein Titel, der die Frage benennt, und ein Fazit, das die Antwort zusammenfasst. Solche Texte werden gelesen und weiterverlinkt, was der Platzierung zugutekommt.

Der Gegentest lautet: Würde dieser Text einer Kundin oder einem Kunden im Beratungsgespräch weiterhelfen? Fällt die Antwort schwer, überwiegt die Suchmaschinen-Optimierung – und genau davor warnt die Empfehlung zum Maß bei SEO.

Was Content-Marketing bringen soll: Zielgrößen, Erfolgsmessung und Feinschliff

Die Umfrage „Das kann Content Marketing“ der Wiener Agentur COPE mit dem Marktforscher Mindtake, veröffentlicht am 16. Dezember 2022, zeigt, welche Wirkungen österreichische Marketing-Verantwortliche mit Content-Marketing verbinden. Befragt wurden rund 820 mit Marketing betraute Führungskräfte in österreichischen Unternehmen.

Genannt werden laut Umfrage: das Erhöhen der Markenbekanntheit, das Generieren von Kontakten und Leads, mehr Traffic und ein besseres Suchmaschinen-Ranking, die Stärkung des Vertrauens der Kunden, das effiziente Erreichen von Zielgruppen sowie die Entwicklung von Menschen zu echten Markenfans mittels wertvoller Inhalte.

Zur Verbreitung hält dieselbe Umfrage fest, dass knapp 50 Prozent der großen Unternehmen in Österreich bereits auf Content-Marketing setzen. Exakt 46 Prozent der Firmen setzen Content-Marketing-Tools ein, bei ausgewiesenen B2B-Unternehmen sind es 56 Prozent. Für KMU ist das ein Hinweis auf den Wettbewerb – die knapp 50 Prozent werden ausdrücklich großen Unternehmen zugeordnet, die 46 Prozent den Firmen insgesamt und die 56 Prozent den B2B-Unternehmen.

Für die Messung im eigenen Betrieb lassen sich diese Ziele in wenige, gut erklärbare Kennzahlen übersetzen: Sichtbarkeit und Reichweite für die Markenbekanntheit, Anfragen und Kontakte für die Lead-Generierung, Zugriffe für den Traffic, Platzierungen bei den wichtigsten Suchbegriffen für das Ranking sowie wiederkehrende Besucherinnen und Besucher oder Weiterempfehlungen für das Vertrauen.

Wichtiger als die Zahl der Kennzahlen ist ihre Konstanz: gleiche Definition über die Zeit, gleicher Erhebungsrhythmus, klare Zuordnung. Analyse und Reporting sind nach der Systematik des Unternehmensserviceportals ohnehin fester Bestandteil des Ablaufs – sie liefern den Feinschliff, mit dem Themen, Formate und Kanäle laufend nachgeschärft werden.

Wirkung von Content-Marketing: Ziele aus der österreichischen Umfrage

Markenbekanntheit erhöhen
hoch
Kontakte und Leads generieren
hoch
Traffic steigern
hoch
Suchmaschinen-Ranking verbessern
hoch
Vertrauen stärken
hoch
Zielgruppen effizient erreichen
hoch
Markenfans entwickeln
hoch

Häufigkeit von Content-Marketing-Tools in österreichischen Unternehmen

  1. B2B-Unternehmen56 % nutzen Tools
  2. Alle Firmen (insgesamt)46 % nutzen Tools
  3. Große Unternehmenknapp 50 % setzen auf Content-Marketing

Ausblick und Arbeitsteilung: Personalisierung, Live-Video, KI und externe Unterstützung

Laut der COPE/Mindtake-Umfrage setzen Content-Marketer künftig vor allem auf personalisierten Content (64 Prozent), Marketing Automation (51 Prozent), Live-Videos (46 Prozent) und Artificial Intelligence (38 Prozent). Die Themenliste zeigt, wohin sich die Disziplin bewegt: Inhalte sollen genauer auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten, automatisiert ausgespielt und in bewegten, unmittelbaren Formaten angeboten werden.

Für KMU sind davon nicht alle Punkte gleichzeitig relevant. Personalisierung beginnt bereits bei getrennten Ansprachen für klar unterschiedene Zielgruppen, ohne technischen Aufwand. Live-Video ist mit einfacher Ausrüstung umsetzbar, verlangt aber Vorbereitung und eine verlässliche Ankündigung. Marketing Automation und KI-gestützte Werkzeuge setzen dagegen Struktur und Daten voraus, die erst mit wachsender Content-Menge sinnvoll zu nutzen sind.

Die Umfrage zeigt zugleich, dass österreichische Unternehmen nicht alles selbst machen: Unterstützung von externen Expertinnen, Experten und Agenturen holen sie sich primär in den Bereichen Content-Produktion und -Bewerbung, aber auch im Reporting, in der Content-Planung und für die Content-Strategie.

Diese Arbeitsteilung ist auch für KMU mit begrenzten personellen Kapazitäten eine realistische Option – etwa indem die Strategie, die Content-Planung oder die Produktion einzelner Formate ausgelagert wird, während Themenkenntnis, Markenstimme und Kundendialog im Betrieb bleiben.

Bei der Auswahl externer Unterstützung lohnt es sich, Aufgaben und Ergebnisse vorab schriftlich zu klären: Wer liefert welche Inhalte in welcher Qualität, wer gibt frei, wer verantwortet die Distribution, und wie werden die Ergebnisse berichtet. Ebenso zu regeln sind die Nutzungsrechte an Texten, Bildern und Videos, damit die Inhalte dauerhaft auf der eigenen Website und in den eigenen Kanälen weiterverwendet werden können – jener Bestand, der Content-Marketing von der Kampagne unterscheidet.

Entwicklungstrends im Content-Marketing: Ausblick für österreichische KMU

  • Personalisierter Content64 %
  • Marketing Automation51 %
  • Live-Videos46 %
  • Artificial Intelligence38 %

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